Unsere Geschichte

Obwohl Judo bereits 1906 von Erich Rahn in Deutschland eingeführt wurde, hat es lange gedauert bis es sich im Breitensport etablieren konnte. In den 50er und 60er Jahren nahm die Zahl der Vereine in Nordrhein-Westfalen aber beständig zu, so dass Judo langsam das Image einer Exotensportart verlor. Gab es 1950 ganze zwölf Vereine in Nordrhein-Westfalen, so waren es 1960 bereits 192. Trotz des recht rapiden Zuwachses an Vereinen wirkte die Sportart 1960, im Gründungsjahr der Judo-Abteilung, noch sehr fremdartig auf die Bevölkerung. Sportkleidung und Etikette standen so im Widerspruch zu traditionellen Sportarten, dass die Stolberger Volkszeitung 1961 über die Judo Abteilung des DJK schrieb: “Zunächst hat man fast den Eindruck, der kultischen Handlung einer neuen, fremdartigen Religionsgemeinschaft beizuwohnen. Eine tiefe lange Verbeugung zur Matte hin verstärkt diesen Eindruck. Bald aber wandelt sich das Bild völlig. Das Training beginnt!”

 

Gründung der Judo Abteilung 1960

Im März des Jahres 1960 hatte sich eine Gruppe von Sportlern aus Stolberg zu einer Judogemeinschaft zusammengeschlossen. Waren die Bedingungen zu Beginn noch recht primitiv, es gab keine geeignete Matte, so betrieb diese Gruppe doch ihren Sport mit sehr viel Idealismus. Für ihr Training hatten sie sich einen Trainer aus Aachen Brand engagiert und noch im selben Jahr strebten sie den Anschluss an den DJK Roland e.V. an. Ihr Engagement wurde noch im selben Jahr belohnt: 1960 wurde die Judogruppe als eigenständige Abteilung dem DJK Roland e.V. angegliedert (damals eine Leichtathletikverein) und bald darauf konnte auch eine geeignete Matte angeschafft werden. Die ersten Sprecher der Judo Abteilung waren Albert Müller und Josef Horres.

Am 11. März 1961 fand das erste Mannschaftsturnier auf der neuen Matte statt, an dem Judokas vom Brander TV und vom Judoklub Bardenberg teilnahmen. 1962 besuchte der nordrhein-westfälische Verbandstrainer, Meister Yoshida, den DJK Roland. Der 44 jährige Japaner (6.Dan Judo) war gerade mal fünf Wochen in Deutschland als er sich für den Landesverband auf eine zweiwöchige Werbetour durch die Region begab. So konnte er sich im Training nur mit Händen und Füßen verständigen.

Erste Erfolge 1963-1974

Das Jahr 1963 begann für den DJK Roland zunächst mit einer vernichtenden Niederlage. 11 zu 1 unterlag die Mannschaft des DJK bei der Bezirksmeisterschaft einer Aufstellung aus Kohlscheid. Doch gegen Ende des Jahres wurde Rolf Thiemann Landesmeister im Halbschwergewicht und leitete damit eine Serie sportlicher Erfolge ein. 1964 wurde die Mannschaft Vizemeister bei der Landesmeisterschaft für Jugendliche. 1967 belegte Ralf Schmitz den 2.Platz bei den Judo Landesmeisterschaften der Jugend und Karl-Heinz Bolz wurde 1968 Vizemeister bei den Westdeutschen Jugendeinzelmeisterschaften.

FICEP Europameisterschaft 1974-1982

1974 konnten sich sechs Judokas des DJK bei den deutschen Meisterschaften für die FICEP Europameisterschaften in Österreich qualifizieren. Da die gesamte Aufstellung der Bundesrepublik gerade mal acht Judokas zählte, stellte damit der DJK Roland nahezu das gesamte Nationalteam. Heinz-Willi Amian gelang es, sich gegen seine Konkurrenten aus sieben westeuropäischen Staaten durchzusetzen und holte die Goldmedaille in der Klasse über 93 Kilogramm. In der Klasse bis 70 Kilogramm errang Wolfgang Kowski vor Ralf Schmitz (Bronze) die Silbermedaille.

Bei den FICEP Europameisterschaften des Jahres 1978 stellte der DJK Roland schließlich das gesamte Nationalteam. Heinz-Willi Amian wurde in seiner Klasse Vizeeuropameister, Wolfgang Kowski und Horst Overath errangen jeweils eine Bronzemedaille.

Bei den FICEP Europameisterschaften 1982 war die Aufstellung des DJK zwar kleiner als 1978 und 1974, aber dafür war die Ausbeute um so größer: Wolfgang Kowski und Ulrich Kreutz setzten sich gegen die Konkurrenz durch und errangen in ihren Klassen Gold.

Judo heute

Heute ist Judo ein bekannter Breitensport und olympische Disziplin. Doch im immer härter werdenden Wettbewerb hat sich der DJK Roland in den letzten Jahren gut behauptet. 2003 siegte die Mädchenmannschaft des DJK bei den Landesmeisterschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften errangen sie den 10. Platz.

Die Ju-Jutsu Abteilung

Ende der 60er Jahre erkannte man in Deutschland den Bedarf nach einem effektiven Selbstverteidigungssystem (insbesondere für die Polizei). Das vorherrschende Jiu Jitsu erschien dazu nicht geeignet und so wurde 1969 in Deutschland aus Jiu Jitsu, Judo, Karate und Aikido das Ju-Jutsu entwickelt.

Als Dieter Call (damals 3. Dan Ju-Jutsu, 1. Dan Judo) 1981 versuchsweise einen sechswöchigen Selbstverteidigungskurs in Stolberg veranstaltete, war das neue System praktisch noch in den Kinderschuhen. Der Deutsche Ju-Jutsu Verband e.V. existierte noch nicht und die Interessen der Ju-Jutsu Sportler wurden vom Deutschen Judo Bund vertreten. Allerdings verzeichnete des neue System bereits kräftige Zuwachsraten von 20 Prozent pro Jahr.

Die Resonanz auf den Selbstverteidigungskurs war so groß, dass man beschloss dem DJK Roland e.V. eine Ju-Jutsu Abteilung anzugliedern. Mit Dieter Call hatte der Verein einen erfolgreichen Trainer gewonnen, der 1981 NRW Landestrainer war. Auch heute noch trainiert Dieter Call erfolgreich die Ju-Jutsu Abteilung: Die im Jahr 2000 eingeleitete weitreichende Verbesserung des Systems (Ju-Jutsu wird ständig weiterentwickelt) konnte er im Verein erfolgreich einführen. 1997 veranstaltete die DJK Roland eine grosse Dan-Prüfung in der Sporthalle Glashütter Weiher. Diese dauerte 2 Tage. Hier bestanden Harald Leiser (heute Jugendleiter Ju Jutsu und Ronny Rössler (Jugendtrainer) als erste Sportler der Ju Jutsu-Abteilung ihre Prüfung zum 1. Dan. 2002 bestanden Sven Loevenich, Dieter Loevenich und Carsten Pils mit großem Erfolg ihre Prüfung zum 2.Dan (schwarz)

50 Jähriges Bestehen

Im November 2010 wurde nun bereits ein halbes Jahrhundert lang in unserer schönen Kupferstadt die Kunst des Kampfsportes ausgeführt und gelehrt. Dieses Jubiläum unseres Vereins wurde auch entsprechend gefeiert. In einem Wortgottesdienst in der Kirche Herz-Jesu wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Im Anschluß wurde ein buntes Programm aus dem Bereich des Budosportes geboten. Diese Sportveranstaltung fand in der Turnhalle des Goethe-Gymnasiums statt. Zahlreiche befreundete Vereine hatten zu der Veranstaltung am Nachmittag ihre Teilnahme zugesagt und bereicherten so den Nachmittag mit vielen Darbietungen und Einblicke auch in andere Budosprtarten. Neben Judo und Ju-Jutsu wurden u.a. weitere Kampfsportarten wie Kendo und Capoeira dargestellt. Diese brasilianische Kampfkunst eine Mischung aus purer Energie und offensivem Kampf, verbunden in einem ästhetischen Tanz zu mitreißender Musik brachte die Menge abschließend zum toben.

Ein Abendprogramm im Goldenen Stern rundete diesen einmaligen Tag ab auf dem noch einige Damen und Herren für Ihre Arbeit im und nebem dem Verein geehrt wurden.

Sponsoren der Ju Jutsu Abteilung